Wieder einmal sind wir, die wir uns als Normalos sehen, in ein außergewöhnliches Reiseziel unterwegs. Wir fliegen nach Asmara, der Hauptstadt von Eritrea. Basis ist dabei Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthopien, das wir aus familiären Gründen häufiger besuchen.

Kurz nach dem Start in Addis Abeba ziehen dunkle Wolken zwischen uns und dem Land unter uns auf. Erst kurz vor der Landung wird der Blick wieder frei und wir sehen eine karge dünn besiedelte Landschaft. Als wir wenig später vom Flughafen in die Stadt fahren, regnet es. Die Stadt Asmara erscheint grau und wirkt fast ausgestorben. Kein schöner Anfang!

Doch am nächsten Morgen ist alles anders. Nach dem Frühstück im durchaus schönen Hotel Crystal starten wir bei Sonnenschein zur Erkundung der Hauptstadt von Eritrea. Bereits nach 100 Metern erreichen wir die Sematat Avenue und direkt gegenüber liegt Regierungspalast. Hinter der nächsten Biegung beginnt dann die breite von Palmen gesäumte Harnet Avenue, ein Prachtboulevard mit breiten sauberen Fußgängerzonen und vielen kleinen Geschäften. Auf halbem Weg durch diese Prachtstraße kommen wir an der großen „Kirche unserer lieben Frau vom Rosenkranz“ vorbei, so zumindest wird die Kirche auf unserer Google Karte benannt.  Alles vermittelt uns eine offene lebensfrohe Atmosphäre. Wir fühlen uns wohl in dieser Stadt, die von italienischer Bauweise geprägt ist. Nach einem guten Kilometer erreichen wir das Ende des Stadtzentrums, das durch eine Tribüne und ein Exerzierplatz markiert wird.

Unser nächstes Ziel ist Nda Mariam Kirche. Sie liegt auf einem kleinen Hügel, davor ein großer Platz, der von Häusern gesäumt ist, in denen Kinder zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Gerade ist Pause. Wir setzen uns auf der Treppe der Kirche und beobachten die spielenden Kinder, einige tiefgläubige Menschen vor der Kirche und einzelne wenige Touristen. Es ist für uns ein magischer Moment. Wie die Gläubigen umrunden auch wir die Kirche und verabschieden uns dann langsam wieder von der Nda Mariam Church.

Auf den angrenzenden Straßenzügen herrscht Markt. Stände mit Kleidung, Haushaltswaren, Lebensmittel, Obst, Gewürzen wechseln einander ab. Es ist bereits das dritte Highlight dieses ersten Besuchstages. Etwas müde vom Rundgang beschließen wir, in einem Straßencafé einen Drink zu nehmen und die Menschen zu beobachten. Anschließend geht es zu einer Siesta zurück ins Hotel.

Am späten Nachmittag brechen wir zu einem zweiten klein Wiederholungsrundgang auf, der uns nochmals durch das Zentrum führt. Wir mochten einfach noch einmal die Eindrücke verfestigen. Abends im Hotel zurück sind wir geschafft. Wir sind etwa 10 km gelaufen und nun reif ist für Internet Surfen, was leider wegen des schlechten Empfangs sehr holprig verläuft.

Der zweite Tag in Asmara soll im Zeichen des Marktes Medebar stehen, einem alten afrikanischen Markt, den wir im Reiseführer gefunden haben. Schon von Weitem sehen wir das große Eingangstor. Allerdings erweist sich dieser Markt als so dreckig, chaotisch, gedrängt und verwirrend, dass wir nur einen kurzen Blick hineinwerfen. Wir ziehen es vor, einen Drink auf dem Platz vor dem Markt Eingang zu nehmen und dann weiter durch die Straßen der Stadt zu marschieren. Wir laufen kreuz und quer durch Straßen und Gassen, sehen Kirchen und Moscheen, alte Straßenkreuzer, Tuk Tuks und Eselkarren. Dazwischen Menschen in westlicher, arabischer oder eremitischer Kleidung. Alles verläuft unproblematisch, eher ruhig und angenehm. Doch nach 4 Stunden ist es wieder Zeit für einen Break.

Der letzte Spaziergang in Asmara führt uns am späten Nachmittag des zweiten Tages zu einer alten Fiat Tankstelle mit breiten Flügeln, die ein Symbol für Eritrea geworden ist. Doch gerade als wir sie erreichen, setzt ein Gewitterguss den weiteren Erkundungen ein Ende. Wir fliehen in eine Eckkneipe, trinken ein Bier unter vielen Einheimischen und eilen dann ins Hotel zurück.

Da wir nur 2 Tage für Asmara eingeplant haben, ist damit unser Kurztrip nach Eritrea schon beschrieben. Als kurzes Fazit können wir festhalten:  Asmara ist eine schöne Stadt mit eigener Atmosphäre. Wäre die Stadt in Europa. so würde man sicher in manchen Reiseprospekten Asmara als Städtetrip finden. So aber ist es ein Geheimtipp für Leute, die nach Ost Afrika reisen.

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